Medienkompetenz auch für Senioren ! Seniorenräte und Digitalpaten im Kreis Mettmann wollen kooperieren

Fast alle gewählten Seniorenvertretungen im Kreis Mettmann folgten am Wochenende der Einladung der  „Arbeitsgemeinschaft der Verbraucher im Kreis Mettmann“  und informierten sich über die Arbeit der Digitalpaten.
 Im AWO-Treff in Hochdahl konnte Erwin Knebel, Vorsitzender der Verbraucherorganisation,  die Vertreterinnen und Vertreter der Seniorenräte und -beiräte aus  Erkrath, Haan, Hilden und Mettmann begrüßen.
Im Kreis Mettmann gibt es derzeit  in fünf der zehn kreisangehörigen Städte gewählte Seniorenvertretungen. Neben den genannten Städten noch in Ratingen.

Neben Informationen über die Arbeitsweise der Digitalpaten und ihren bisher gesmmelten  Erfahrungen,  gab es einen regen Austausch über die konkrete Lebenssituation von Menschen, die sich in der digitalen Welt nicht zurechtfinden oder damit erhebliche Schwierigkeiten haben.
Die erst vor wenigen Tagen vorgelegten aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes  boten eine fundierte Grundlage für eine kritische Analyse der Situation im Kreis.

Mindestens 21 Prozent der über 65jährigen waren nach den Erkenntnissen der Statistiker noch nie im Internet – haben also keine Ahnung wie Internet funktioniert.

Im Kreis Mettmann sind rund 115.000 Bürger über 65 Jahre alt.  Bei der  Quote von 21 Prozent gehören  im Kreis Mettmann rund 24.150  Bürgerinnen und Bürger zu dieser Altersgruppe.

Unser Leben ist mittlerweile weitgehend digitalisiert. Täglich sind  immer mehr Produkte und Dienstleistungen ausschließlich digital  zu erwerben.
Die damit verbundenen Voraussetzungen zur Teilhabe, etwa die Nutzung digitaler Medien, können jedoch von einem beachtlichen Teil unserer Bevölkerung nicht oder nur unzureichend erfüllt werden.

Das Verstehen digitaler Prozesse und das Beherrschen digitaler Medien ist deshalb nicht mehr „nice to have“ sodern elementare Notwendigkeit, um das tägliche Leben überhaupt bewältigen zu können“ so Erwin Knebel.
„Niedrigschwellige Bildungsangebote und individuelle Unterstützungsangebote sind dringend erforderlich!“

Die Seniorenräte im Kreis Mettmann und die Digitalpaten wollen sich künftig  gemeinsam dafür einsetzen, dass solche Angebote nicht dem Zufall  überlassen bleiben, sondern verlässlich zur Verfügung stehen.

Sichergestellt werden muss aber auch, dass die örtlichen  Rahmenbedingungen stimmen.
So ist  zum Beispiel dringend erforderlich, dass in allen Senioreneinrichtungen   WLAN-Zugänge  vorhanden sind. Jüngst veröffentlichte Erkenntnisse in Haan sind beunruhigend.

Die Experten aus den Reihen der Digitalpaten sind bereit,  interessierte Einrichtungen kostenlos mit Rat und Tat zu unterstützen.Eine ganz besondere Herausforderung ist die Umsetzung des OZG (Online-Zugangsgesetz) ab dem 
1. Januar 2023.
Dann  sollen viele kommunale Diensleistungen online angeboten werden. Hierzu gibt es  Fragen: Wie wollen die  kreisangehörigen Städte und die Kreisverwaltung  diesen gesetzlichen  Auftrag    umsetzen?Wie  wirkt sich dies auf die Bürgerinnen und Bürger aus?Wie werden diese vorbereitet und konkret unterstützt.
 Die Erfahrungen mit der Einführung des Online-Banking  wecken verständliche Befürchtungen.

Mit Blick auf die fortgeschrittene Zeit wollen sich Seniorenvertretungen und Digitalpaten sehr schnell über  dieses Thema  aus erster Hand informieren lassen.
Zu ihrer nächsten Zusammenkunft  sollen deshalb die zuständigen Mitarbeiter der Kreisverwaltung eingeladen werden.



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